Die Angst der Grünen

Der Journalist Paul Ronzheimer hatte mit Felix Banazsak, der Co-Vorsitzende neben der zwingend üblichen Frau der Grünen, einen Podcast. Die Hörer waren über impertinente Rückfragen erregt, so sehr hatte Ronzheimer den Nerv getroffen. Er mußte sich der eigenen Bubble erklären, nahm einen weiteren Podcast dazu auf, so krasse Empörung gab’s. Die Leute waren außer sich.

Der Podcast spricht sehr für sich. Paul Ronzheimer denkt durchaus eher rot-grün, entstammt wie viele Journalisten Elternhäusern, die mit den Grünen sympathisieren. Aber Ronzheimer ist eben Journalist, neugierig und hat erkannt: Felix B. liefert ja hier fortlaufend offene Flanken! Er redet in Floskeln und Worthülsen, die sich bei Nachfragen als hohle Phrasen entpuppen ohne Konzept. Das liegt nicht an ihm, das liegt am grünen Narrativ. Der Narrativ zerbröselt grad im Feuertest der Realität, die eben keine grüne Theorie ist.

Der Narrativ der Grünen krankt am radikalen Konstruktivismus. Voraussetzung dieser Denkschule ist eine Welt voller Angst vor “dem Bösen”. Nur gleichberechtigt schaffen starke Frauen und Quoten-Männer es, diverse Minderheiten zu schützen und sich “zu wehren”. Sie selbst sind kartoffelig und weiß, aber die Minderheiten sind es besser nicht. Wehren tun sich grüne Muggel nicht hart, sondern soft. Das macht niemandem mehr Angst. Denn die Konzepte lauten “Omis gegen Rechts”, ein Reposting von Böhmermann oder die Maja T.-Petition teilen, die mit Eisenhammer gegen rechte Schädel haut? Auf die Straße gehen und dem Feind ins Auge sehen, das ist nicht so sehr die Sache der grünen Elite.

Banazsak schwitzt im Podcast wie ein verständiger Lehrer. “Ich sehe Eure Angst, alle sind belastet, das Dogma ist Erlösung!”. Nur beim Lakmus-Test gleitet er in Angstpädagogik. Kaskaden der Angst entwickeln sich, Banaszak kann gar nicht damit aufhören: Trump, Klima, Putin, AfD, alte weiße Männer, Fleisch, früher Atommüll, usw.

Doch da entwickelt sich eine Frage. Ist das mit der Angst etwa zu weit gegangen? Vielleicht haben Grünen ja Hysterie mutwillig angefacht, die jetzt das Denken so vernebelt?

Ronzheimer schluckt Banaszaks Appelle und Versatzstücke nicht. Hanebüchen wird es, als Banaszak den Faschismus erklären muß. Was meint er da wirklich?! Sind wir jetzt 1925 oder 1938. Und apropos Kristallnacht: Was macht Ihr Grüne denn bitte mit der Linken in Berlin, die voller Antisemiten ist? Ist Antisemitismus etwa verhandelbar. Die Antwort von Banaszak lässt vermuten, dass die Machtoption Korruption denkbar macht. Ja, mit Antisemiten koalieren, wenn es vorher einen Stuhlkreis gibt, wo die versprechen, es nicht mehr so laut zu sagen. Luisa Neubauer macht das anders. Sie kann Widerspruch nicht aushalten und kann dafür jeden Unfug von der Yacht plärren (CO2-arm). Sie predigt, weil man bei der Predigt nicht zwischen rufen kann. Sie predigt nur ihre Wahrheit, also eine grüne Wahrheit, die aber vor allem ein Dogma ist. Wer Dogmen pflegt, will Wahrheitssuche unterbinden. Und der beste Weg, um Debatten zu unterbinden, die Fragen stellen, ist sie zu vermeiden. Oder Gegner zu canceln.

Früher reichte der Moralappell oder das Wort “Klimawandelleugner” alias “Holocaustleugner”, um Ketzer zu canceln. Heute sind sich die Grünen mit dem Holocaust in Israel aber ziemlich unsicher, ob sie nicht auf der Seite der richtigen Opfer stehen. Die Welt hat sich geändert, die Grünen sind festgeklebt an alten Dogmen. Deswegen wir es heute turbulent am Elternabend: “So heiß ist’s nicht, Frau Lehrer:in, verbrennen tut hier grad keiner. Aber wieso machen wir die Energiewende? Die wird uns hier zu teuer und bringt dem globalen Klima nix?!” Da schluckt die Pädagogin, denn darauf haben die Grünen noch keine Antwort im Setzkasten fertig. Und das größere Problem ist: Die Theorie selbst hat Löcher, weil sie den Test der Praxis nicht besteht.

Als Banazsak über Pöttis kumpelt, lache ich auf. Der hat garantiert keine Kumpel zu Freunden bzw. kennt die Arbeit im Stahlwerk nur von Besichtigungen mit dem Vorstand. Ich kenne diese Leute und habe eine Idee für die Grünen:

Lieber Felix, lad mal die Stahlhütten-Jungs ins grüne Kreuzviertel nach Münster ein. Oder Köln- Ehrenfeld und Köln-Lindenthal, Dortmunder Kreuzviertel, Prenzlauer Berg oder sonstwo, wo die grünen Hochburgen sind. Und geht dort ins Café Anika & Tommy, wo Gleichstellungsbeauftragt:innen sich treffen. Lade dann ein paar Eurer Parteimitglieder und der Stammwähler dazu: Lehrer, Journalisten, Uni-Profs mit Bio-Alpaka-Schal oder Jacke von Patagonia. Und deren junge Töchter wäre gut, die sich so besonders bei der Grünen Jugend bemerkbar machen. Deren handzahme Geschwister Jakob und Finn wären auch ok, aber die sagen ja eher wenig.

Lass dann die autistischen Kanarienvögel wie die Anika, der Claus und die Greta den Stahl-Männern predigen, warum das Stahl-CO2 ihre Erde kaputt macht. Und nur sündteurer Wasserstoff grünen Stahl macht. Die Rechnung für den Wasserstoff zahlt ja niemand hier, sondern wer schuftet mit 50 h+. Oder ein paar verrückte Selbständige, aber nicht die Beamten mit 4-Tage-Woche und Home-Office im Kreuzviertel, wo man mit dem Lastenrad schnell mal etwas gutes beim Biomarkt holen kann. Das eLastenrad für 9.000,-€ ist gottlob staatlich gefördert, weil es ja das Klima rettet. Der sichere Tod im Kreuzviertel: Das Verbrenner-SUV fahren, Kennzeichen aus dem Umland. Hier wird regional gedacht und erst recht gekocht. Die Grünen dozieren so im Warmen vor zwangsweise zugeführten Kindern bis zur Frühverrentung, predigen ihren veganen Käse und haben etwas ererbten Wohlstand verteidigt. Die Altbauwohnung ist geerbt und mittlerweile über 1 Million wert. Ein Naturrecht, die schlecht eingerichtet ist mit dänischen Möbeln und anspruchsloser Kunst, die jeder kennt. Der Vater hat die Wohnung noch mit dem Verkauf fossiler Maschinen erarbeitet, nach denen sich die Welt die Finger geleckt hat. Der Sohn in der Altbauwohnung ist geschieden von Kathrin, die Care-Punkte verglichen hat und dann mit Theo und Greta die Biege gemacht hat. Das Gehalt ist zwar Teilzeit, aber A13 oder B13. Bezahlt wird es vom ungebildeten Umland, dass Bildung für ihre Kinder erwartet und nicht woken Hass, queere Ideen und Kulturpolitik. Grüne demonstrieren gerne ihre Klugheit und ihre Eitelkeit – auch ungefragt. Und wenn sie wissen, dass sie ökonomisch nicht mithalten können, rechtfertigen sie es mit Moral. Der Reiche ist ein Schwein oder rechts!

Die Mehrheit plagt ganz andere Sorgen. Warum immer mehr Stress und laufend mehr Rechnungen? Warum Mütter arbeiten müssen und Kindern Bildung als Gehirnwäsche serviert wird? Die Ahnung normaler Leute: “Die Leute aus dem Wolkenkuckucksheim hielt es für richtig. Alles Theoretiker, keine Praktiker. Aber die haben sich unersetzlich gemacht, sind aber unnütz.”

Das grüne irtschaftswunder kam nie und wird nie kommen, das ist theoretisch für jeden Ökonomen absolut logisch. Habecks Wurstsödererei ist vorbei, Bärbock wollte immer nur mehr Macht und war zu teuer. Die Grünen sind klug wie der Atomausstieg verrückt ist, essen gerne Vollkorn aus Angst vor Darmkrebs. Aber bevor sie Kindern das freie Denken erlauben, was sich gegen sie wenden könnte, werden sie gequält mit Kümmernis. Psychische Auffälligkeiten regelt dann die Gitta. Die coacht Non-Binäre auch auf Beihilfe, Mittwochs und Donnerstags in Teilzeit.

Die Angst der Grünen? Daß alle merken, sie haben die Weisheit nicht allein gepachtet. Und wie gemütlich es sie haben. Wehe, wenn einer Ihnen die 3-Tage-Woche und das Home-Office in der Verwaltung oder beim WDR streitig macht. Für die merkwürdige Weisheit des radikalen Konstruktivismus oder gar Wokeness, die man im Angebot hat, von der Allgemeinheit aber Geld bekommen? Das wird vielleicht schwieriger in Zeiten von ChatGPT. Der Bedarf an akademischen Eliten, die nutzlos sind, wird dramatisch fallen. Ob die Universität in Münster oder gar Harvard in Zukunft noch einen Nimbus haben? Keiner weiß es und das macht den Grünen echte Angst.

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