Der 2. ultimative Vergleich der Premium-Lastenräder: Ca Go FS200 vs. Urban Arrow Family!

Koblenz vs. Amsterdam! Das erfolgreichste E-Lastenrad aus den Niederlanden, das Urban Arrow Family vs. dem innovativen Neuling vom Rhein namens Ca Go FS200. Diese zwei Premium-Lastenräder stehen auf der Wunschliste vieler Familien, welches erweist sich wohl als die passende Wahl für Sie!? Ich habe beide Long Johns in unserem Familienalltag über Monate gefahren, habe sie verglichen und komme zu einem eindeutigen Ergebnis. Anmerkung vorab: Ich wurde für den Vergleich nicht bezahlt, alles ist absolut subjektiv und meine persönliche Meinung. Also, Manege frei und ab geht’s zum Vergleich der aktuell besten Premium-Lastenräder!


Abbildung: Das Ca Go FS200 im Herbst 2021, hier ohne Wetterdach

Testzeitschriften sind ja spannend, YouTube Videos oft auch. Und ein allwissender Papa auf dem Spielplatz hat gehört, dass das Rad echt gut sei, nur zu teuer. Allzu oft geht es da mehr um die Theorie des Fahrens als den echten, erlebten Alltag. “Testmaterial” wie echte Kinder sind bei Testzeitschriften nicht immer parat und die Werbeanzeigen der Hersteller scheinen eine Rolle im Urteil zu spielen. Nchts bringt also deutlicher zum Vorschein, welche Stärken und Schwächen ein Lastenrad hat, als es im Alltag mit echter Last und (echten) Kindern bei Wind und Wetter zu bewegen. Das habe ich getan, nämlich meine 2 eigenen Räder. Man braucht keine exotischen Testtrecken, es reicht der kurvige Slalom des eigenen Wohngebiets und die Bordsteine vor der Kita-Einfahrt, um das Fahrverhalten zu beschreiben. Und das Ladevolumen teste man am besten beim Wochenendeinkauf vor dem Supermarkt.

Vor einigen Monaten habe ich schon einmal einen recht populären Vergleich geschrieben, den ultimativen Vergleich vom Riese & Müller Packster 70 vs. Urban Arrow Family. Damals hat sich das Urban Arrow Family als das beste Premium-Lastenrad gegen das nicht ausgereifte Riese & Müller durchsetzen können. Aber schon nach der Spezifikation war klar: Gegen das neue Ca Go FS200 könnte es eng werden! Es gehört zur Kategorie der schweren Lastenräder, wie ich es nennen würde. Jüngst sieht man immer mehr Long Tails (im Stile des Schweizer Armeeerades), bei denen die Kinder quasi auf einem verlängerten Gepäckträger sitzen. Diese Räder sind wegen des hohen Ladeschwerpunktes schwieriger zu manövrieren, aber aber auch fallen sie durch weniger Zuladung auf. Für mich war klar, dass es weiterhin ein großes Lastenrad sein muss, solange ich 2 Kinder nicht einigermaßen sicher im Verkehr fahren lassen kann.


Abbildung: Das Urban Arrow haben wir von 2016 bis Anfang 2021 gefahren, mein Auto dagegen konnten wir komplett abschaffen.

Durch den überraschenden Rückruf meines Riese & Müller Packsters 70 (aus Sicherheitsgründen) im Herbst 2021 kam ich recht unerwartet in die Lage, mich nur 3 Monate nach der Kaufentscheidung nochmal für ein Lastenrad entscheiden zu dürfen. Ich war auf Riese & Müller auch immer noch recht sickig, denn woher nach dem Rückruf so schnell ein neues Rad kriegen?! Die Art und Weise wie Riese & Müller den Stecker hat ziehen müssen, war kein Vergnügen. Ich brauche mein Rad jeden Tag, deswegen stand ich gezwungener Maßen ohne da. Was aber tun? Sollte ich das zurück erhaltene Geld in ein R&M Load stecken? Oder das Holz-Packster 80 mit etwas Rabatt? Nein, das Load wie das alte Packster hat mich nie überzeugt – viele Punkte kamen zusammen, die Geometrie wie die (veraltete) Ladebox aus Holz, das merkwürdige Design des Regendachs, das eher prototypenhafte Finish oder die außen montierten 2 Batteriepacks wirken bei diesen seit Jahren verbesserten Rad immer noch improvisiert auf mich. Warum das Rad vollgefedert sein muss, hat mich nie überzeugt (höchstens in der HS Version). Der Leiterrohrrahmen macht zudem optisch den Eindruck eines Flugzeugs ohne Bespannung.

Nein, dann doch eher zurück zum Urban Arrow, das ich vorher gefahren bin!? Da gab es jetzt ein scharfes Sondermodell mit poliertem Alumium und vielleicht würde ich gegen das teure Riese Geld zurück bekommen? Nein, auch das ging für mich nicht. Denn auch da gab damals Gründe, was das Urban Arrow für mich hat zurückfallen lassen. Das Packster wollte ich ja, weil ich mich einfach verbessern wollte, eben das noch bessere Lastenrad. In dieser neuen Kategorie Lastenrad passiert soviel, ich wollte einfach auch am Fortschritt aktiv teilhaben. Doch Urban Arrow, mittlerweile an ein großes niederländische Unternehmen verkauft, hat an seinem bewährten Design in all den Jahren wenig geändert. Das spricht eigentlich auch für das Design, aber auch für etwas Stillstand. Meine (leise) Kritik am Urban Arrow waren folgende Punkte:

– die harte Frontgabel, die das Rad bei absenkten Bordsteinen oder ähnlichen Hindernissen richtig hüpfen lässt
– die nicht-lieferbare Federgabel vorne (auch nicht gegen Aufpreis erhältlich)
– die etwas träge, ömige, wenn auch sehr bequeme Ergonomie und Fahrdynamik (wie ein sehr langes Hollandrad)
– schwer in engen Situationen zu manövrieren (langer Radstand, geringer Lenkwinkeleinschlag) und rappeliges Zubehör (damals Chainguard-Kettenschutz)
– keine Bosch-Powertubes, sondern offen angebaute Batterie-Packs (geringere Kapazität bei Kälte und Diebstahlgefahr)
– mittlerweile im direkten Vergleich zum CaGo zu einfache Box mit unverstellbarer Sitzbank für die Kids, geringe Flexibilität im Laderaum

Das waren die Negativpunkte, doch ich will nicht die vielen Punkte unterschlagen, die immer noch für das ausgereifte Urban Arrow sprechen (siehe auch mein Vergleich zum Riese & Müller):

– Hohe Alltagstauglichkeit, einfach sehr praktisch
– Variabilität mit bis zu 5 Mitfahrern
– sehr belastbar und hohe Zuladung, sehr solider Rahmen
– gelungenes Gesamtkonzept mit rundem Zubehörkatalog (klasse Dach) sowie
– dem kongenialen Bosch-System.

Zudem war das Urban Arrow das erste Rad, das ganz klar auf eine EPP-Box gesetzt hat und alle Vorteile von Komfort, Sicherheit bis Gewicht auf seiner Seite hatte. Früher konnte man das Family auch vergleichsweise günstig erwerben, das ist aber nach Preiserhöhungen vorbei. Mittlerweile ist das Family teurer geworden. Die Komponenten wurden jedoch aktualisiert, so dass heute Motor, Bremsen von Magura oder Carbon-Drive von Gates Stand der Technik sind. Gleich geblieben ist die Hauptkomponente: die Box und zwar seit 10 Jahren. Und das spricht ja nur für sie.


Abbildung: Für die technische Ausstattung habe ich das Ca Go mit der Anniversary Edition des Urban Arrow verglichen. Hackscharf: der Rahmen aus poliertem Aluminium.

Das neue Ca Go will die Schwachpunkte des UA adressieren: Einfach alles besser machen! Eine ziemlich Ansage, hat doch der Hersteller keine Erfahrung im Bau von Lastenrädern und allgemein gilt das Konzept des Urban Arrow als so rund, so dass es nicht ohne Grund schon einige Jahre im Kern unverändert vom Band läuft. Ca Go hat diverse Vorschusslorbeeren aus Presse und Youtube (Radelbande) erhalten und das hat mich dazu gebracht, eine Testfahrt mit dem Ca Go FS200 zu machen. Die kurze Fahrt war so überzeugend, dass ich das Rad bestellt habe und dann, aller Lieferprobleme landläufig im Fahrradmarkt zum trotz, auch nach 4 Wochen wie versprochen erhalten habe.

Nach vielen Probefahrten verschiedenster Räder kann ich heute jedem Interessenten zurufen, dass man nach einer Testfahrt zwar weiß, ob das Rad im Großen und Ganzen passt: Seine Spezialitäten und Besonderheiten erfährt man so aber nicht, diese tauchen erst im Alltag zum Vorschein. Das braucht einfach Zeit. Überzeugend war für mich, nach dem unvermittelten Rückruf des Packsters, die kurze Lieferzeit beim Ca Go, so stand ich nicht lange ohne Rad da. Andere Hersteller gehen bei Lieferzeiten gefühlt mittlerweile in die Jahre, doch Ca Go hielt Wort. Dazu kam zu der Testfahrt ein digital hervorragend begleiteter Auslieferungsprozess: Unter “My Ca Go” wußte ich stets, wie es um die Order stand und wann das Rad zu erwarten ist. So war von Testfahrt bis zur Garantie alles super dokumentiert. Das hat man bei manchen Autoherstellern schon viel schlechter gesehen, der Eindruck war einfach sehr professionell. So lief auch die Übergabe, wo es eine richtige Übergabeprozedur gab und man als Kunde alles auch als verstanden bestätigen mußte. Selten hat man soviel über sein Rad gewußt wie nach dieser Übergabe, das hat doch auch Vertrauen geschaffen.


Abbildung: Top ist beim All-Weather-Top des Ca Go ist die Variabilität, hier nur als Sonnendach und Windschutz montiert. Das Dach hängt hinten an 2 Klettbändern wie ein schwebender Baldachin.

Schon auf den ersten Blick auf der Webseite von Ca Go hatte das neue super Long John von Ca Go das richtige Gesamtkonzept. Für mich gehört nach einigen Jahren Lastenrad für ein hervorragendes Rad folgendes einfach dazu:

Eine stabile wie leichte EPP Box (auf gar keinen Fall Schichtholz!) mit guten Sitzen, ein belastbarer, leichter Alurahmen (kein Stahl!), 2 Räder und nicht etwa (wartungsintensive) 3 Räder mit komplexer Aufhängung. Dann will ich nur das neue Bosch-System namens Cargo Line (keine exotischen Lieferanten!), eine sehr gute Federgabel vorne sowie die von mir sehr geschätzte Enviolo Nabe mit stufenloser Verstellung.

All das konnte das Ca Go offensichtlich bieten. Der Vater des Ca Go, Franc Arnold, ist mit seinem Teilevertrieb RTI ein bekannter Name in der Fahrradwelt (u.a. Ergon), sein Bruder ist der Gründer der Triathlon-Radmarke Canyon und so war eigentlich schon bei der ersten Beschau klar: Hier meint es “Koblenz” ernst mit dem Thema Mikro-Mobilität. Kaum erkennbare Kompromisse, sondern eine Vielzahl besonderer Lösungen haben mir klar gemacht, dass Ca Go den Erfolg im Markt unbedingt will. Also wollte ich Teil der Story werden – eben als Fahrer eines FS200. Das vielversprechende Ouevre schien mir einfach zu sagen: Das ist Fortschritt, hier ist die nächste Evolutionsstufe des Lastenrades. Ähnlich mutig hatte ich übrigens auch das Packster70 von Riese & Müller ohne lange Fahrproben bestellt, damals habe ich den Umstieg vom Urban Arrow auf das Darmstädter Rad aber bereut. Das Packster war unausgereift und hatte einige Schwachpunkte. Und nun? Hier kommt der Test:

Design

Beide Fahrzeuge haben eine moderne Designsprache, jedoch mit ganz anderer Tradition. Während das Urban Arrow noch stark an das typische Damenrad aus Holland, die Bakfiets von Gazelle, erinnert oder skandinavische Long Johns aufgreift, ist das Ca Go sportlicher und technisch-maskuliner gestaltet. Jede Ritze des Ca Go schreit “Technologie”, absolut alles wirkt nach ingenieurstechnischen Prinzipien ausgestaltet. In seiner Shilouette ist das Rad gegen den Wind eingetaucht und sogar futuristisch. Syd Mead und Elemente vom parametrischen Design scheinen Pate gestanden zu haben, das ist außergewöhnlich. Weil alles so optimiert mobil und von der Sitzposition wie ein Motorrad daherkommt, ist da eine sehr deutsche Designsprache am Werk. Und das ist positiv gemeint, steht diese Design ja für Klarheit, Aufgeräumtheit, Funktionalität und Langlebigkeit. Zumindest ist es zu hoffen, dass das Design langlebig attraktiv ist. Gleiches muss Urban Arrow für sein Design nicht mehr nachweisen: Auch nach 10 Jahren ist das Rad immer noch attraktiv, einzelne Aufwertungen und Verbesserungen (bspw. Schutzbleche) haben den Look einfach runder und cooler gemacht.


Abbildung: Das FS200 mit seinem All-Weather-Top zeigt eine geducktere Shilouette als das UA Family

Das Urban Arrow hat in der Profilsicht (durch seine Bauform der Box) den Eindruck eines Bootes oder einer kleinen Yacht. Sie ist schnittig und klar nach vorne gezogen. Im Vergleich fällt aber das Urban Arrow als eher schmal, schlank und sehr hochgebaut auf, während das Cargo breiter, satter und geduckter auf der Straße liegt. Die Passagiere des Urban Arrow (UA) sitzen auf der Sitzbank stuhlartig und hoch, im Ca Go sitzen sie auf dem Boden und in die Bauform der Box gekauert. Als Fahrer fühlt sich der Ca Go Fahrer eher als Mountain-Biker, sportlicher, aber doch genauso komfortabel – ein wirklich guter Kompromiss ist Ca Go da gelungen, wozu ganz besonders die Lenkerform beiträgt. Das Family bringt den Fahrer sehr aufrecht zum pedalieren (komfortabler geht halt nicht), dafür ist diese Position bei Fahrdynamik und Sportlichkeit aber schwächer. Wer also den sportlichen Aspekt betonen will, dem schmeckt die Sitzposition am Family nicht so. Im Alltag erlebe ich aber oft, dass viele beim Komfort dann doch sagen, dass Ihnen dieser wichtiger ist.

Sicher gibt es am Ende immer Gründe, warum einem das eine Lastenrad in seiner Gestaltung mehr oder weniger zusagt, man kann sich sicher mit beiden sehen lassen. Nichts dagegen ist zu sagen gegen mehr Funktionalität. Und da muss ich einen wichtigen Punkt im Design ansprechen, der vielleicht lapidar erscheint, aber keiner ist: Die Stufe für den Zustieg der Kids. Bei Urban Arrow hat man bis heute keinen Weg gefunden, eine ausreichend große Zutrittsstelle an der Box zu bieten. Die Stelle ist zwar schon da, aber einfach zu klein ausgefallen, um einen Kinderschuh einzuführen. Komisch, ich verstehe bis heute nicht wieso. Beim Ca Go FS200 dagegen ist das endlich möglich geworden: Ein großer Tritt und die Trittfläche auch noch mit Edelstahl ausgekleidet. Na, geht doch!


Abbildung: Der aus EPP-geformte, große Tunnel vor dem Motor ist ein außergewöhnliches Design-Merkmal am Ca Go FS200.

Doch ein paar Worte sollten uns für das wichtigste Bauteil des Lastenrades, die Box, noch bleiben. Das Urban Arrow bietet den Kindern eine (oder zwei) kleine Sitzbänke an. Dabei ist die Hauptbank aber ohne Rückenkomfort, die Kinder sitzen gegen die Box. Das stört die Kinder nicht, solange sie nicht etwas anderes wie das Riese oder das Ca Go kennen, wo der Sitzkomfort deutlich erhöht ist. Dennoch wirbt Urban Arrow damit, dass bis zu 4 Kinder Platz finden. Das ist eine etwas optimistische Gleichung, denn die Kinder sollten in diesem Falle noch sehr jung sein, so ca 2-5 Jahre alt vielleicht. Das Urban Arrow ist recht schlank und der Sitzkomfort auf der Bank vorne ist für Kinder bis ca. 5 Jahre noch ok, danach ist das Lastenrad zu schmal. Im Alltag mit unseren 2 Kindern ist das zu 95% auch die Maximalbesatzung, dass wir weitere Kinder mitnehmen, kommt eher aus Jux und Dollerei vor, ist aber selten der Fall. Definitiv richtig aber ist, dass das UA ein Zulademonster ist: >200kg sind möglich, d.h. der Fahrer darf ein großer Niederländer sein und die Kids sind schon sehr groß mit Zuladung und das UA geht nicht in die Knie (beim Ca Go ist es mit 135kg deutlich weniger).

Ältere Kinder können hinten in der Box des UA übrigens noch recht lange sitzen, da auch die Beine eher angewinkelt wie auf einem Stuhl sind. Das Urban Arrow ist mit seinem Dach unglaublich hoch, (wie bei der Bakfiets) das Dach ragt über die Brust des Fahrers. Das ermöglicht es einerseits großen Kindern noch Platz zu finden, andererseits ist das ein guter Regen- und Windschutz für den Fahrer. Geht es um Lasten ist das Urban Arrow trotz höherer Zuladung nicht so gut geeignet für eine Eurobox im Stauram, man fährt lieber mit Tüten durch die Gegend. Da die Bank sich nicht wegklappen laesst wie die Einzelsitze im Ca Go, ist der Laderaum kleiner.

Die Box des Ca Go hat sehr viel mit dem Thema Sicherheit zu tun (dazu später mehr). Die Kinder sitzen auf gefederten Einzelsitzen, deren Kopfstütze verstellbar ist. Und sie lassen sich auch eben sehr leicht zusammenklappen, womit eine ganze Eurobox einfach einzustellen ist. Das Ca Go ist übrigens identisch mit der Lastenradversion ohne Kindersitze – dafür lässt sich ein Deckel ordern mit Verriegelung. Das Urban Arrow will zwar auch modular sein, aber das Family umzubauen in ein reines Cargobikes wie das Ca Go ist wohl eher in der Theorie machbar. Das Rad ist passgenau auf 2 Kinder zugeschnitten, die aber besser maximal 8-9 Jahre alt sein sollten, danach ist das Ca Go einfach zu eng. Auch ein drittes Kind ist vielleicht theoretisch denkbar, praktisch aber nicht möglich. Das Urban Arrow und das Ca Go ermöglichen es beide, dass Kinder im Maxi Cosy mitgenommen werden können. Das habe ich in meinem Alltag aber dann doch nie gemacht – denn ein so kleines Etwas ist schon ein sehr verletztliches Wesen, wobei wir nichts im Kölner Stadtverkehr riskieren wollten. Erst als unsere 2 groß genug war, zur Tagesmutter zu gehen, haben wir unsere Kinder auch im Rad mitgenommen. Ansonsten heißt es bei uns noch ganz klassisch entweder Kinderwagen zu Fuß oder Pkw mit Kindersitz.

Fahrverhalten & Komfort

Ca Go zeigt hier neue Wege auf: Das Rad ist ein großer Trümmer, aber kinderleicht zu manövrieren. Dafür sorgt die Seilzuglenkung, die auch in engsten Parkverhältnissen einfaches manövrieren möglich macht. Übrigens hat Riese & Müller genau wegen dieser Art der Lenkung das Packster wieder aus dem Verkehr ziehen müssen. Beim Ca Go scheint es aber absolut tadellos (wie auch beim Hersteller Douze und anderen) zu funktionieren. Aber es ist natürlich nicht nur die Lenkung, die das fahren mit dem Ca Go ausmacht. Das ist erstmal die ausgeklügelte Sitzposition und Gewichtsverteilung, bei der der Fahrer einfach eine tolle Kontrolle über das Rad hat. Und selbst wenn die Box vor dem Fahrer groß und breit wirkt, traut man sich dennoch und auch schnell enge Abstandsgitter zu durchfahren – ganz ohne abzusteigen. Das ging mit dem Urban Arrow oft nicht, das ebenso lang gebaut ist, aber eine Stangenlenkung besitzt. Diese verkürzt den möglichen Einschlagwinkel stark. Besonders gut funktioniert am Ca Go die Federgabel (Suntour Mobi 20 Cargo). Selten hat man von einem Bauteil so wenig und gerade deswegen so viel erhalten. Sie schluckt geradezu heimlich auch große Unebenheiten weg. Auch im Wiegetritt geht gefühlt keine Energie verloren. Mit der Sattelstütze R2 von Schulz und vielen Kleinigkeiten wie den tollen Ergon-Griffen, dem Gates Riemen und dem immer bärenstarken Cargo Line Motor ist für mich das Ca Go FS200 das mit Abstand komfortabelste und angenehmste Lastenrad, das ich kenne. Wenn es um den Komfort geht: Absoluter Referenzwert!

Der Komfort der Passagiere ist ja niemandem gleichdas sind meistens Kinders oder Haustiere: Und auch hier punktet das Ca Go mit gefederten und ergonomischen Einzelsitzen für die Kinder. Diese zwei Sitze können auch einfach hochgeklappt werden und machen somit den ganzen Laderaum frei. Natürlich kann man das Rad auch einfach ohne Sitze ordern oder nur einen Sitz, was die Flexibilität ausmacht. Im Urban Arrow finden wir hier nur eine unbewegliche, einfache Sitzbank ohne viel Komfort für den Rücken. Die Einzelsitze im Ca Go lassen sogar eine schnelle Änderung der Kopfstützen zu, die im Sitz integriert sind. Im Urban Arrow findet man solche Sicherheitsfeature leider gar nicht.


Abbildung: Das Urban Arrow fährt am allerliebsten einfach nur geradeaus! Und gleitet prächtig….

Das Urban Arrow ist ein sehr langes Rad und somit als Gleiter prädestiniert. Mit starrer Frontgabel und Ballonreifen ist es leidlich gut gefordert bei schlechten Straßenverhältnissen, in jedem Falle ist zu einer gefederten Sattelstütze zu raten. Die Lenkung, die indirekt mit einer Lenkstange erfolgt, ist anfänglich etwas ungewöhnlich, aber danach fährt sie damit punktgenau dorthin, wohin man möchte. Wie lang und schwer das Urban Arrow aber ist, merkt man bei engen Wendemanövern, wo die Stange einfach nicht das erreichen kann, was eine Seilzuglenkung schafft. Ich habe das ganze Rad gehoben und gedreht, wenn es eng wurde, aber ich bin 1,90m groß und kräftig. Das wird also nicht jeder Fahrer schaffen, sondern auch einfach mal oft hin- und herschieben dürfen. In diesem Punkt hat das UA also ein klares Manko gegenüber dem Ca Go. Auch sonst heißt es beim Thema Komfort: Das alles ist sehr gut, aber sicher nicht der größte Fahrspaß für agile Radler. Die Sitzposition macht die elektrische Unterstützung zwingend, denn wirklich Kraft in die Pedale zu geben ist in dieser Sitzposition schwer. Ansonsten verfügt auch das Urban Arrow über die hervorragende Bosch Cargo Line Serie, die immer Kraft hat.

Federgabel: Ergänzen möchte ich, dass nach langem Warten UA wohl doch eine Federgabel in der Entwicklung hat – leider habe ich das noch nicht sehen können. Doch das UA mit einer Gabel ist aus meiner Sicht ein großer Sprung nach vorne, der die Bewertung wieder verändern kann. Eine Federgabel hilft dem Rad auch besseren Kontakt zur Straße zu halten, somit ist das nicht nur ein reines Komfortmerkmal.

Sicherheit – eine neue Kategorie mit Gewicht

Wer kann sich erinnern, dass man außer aktiver Fahrsicherheit schon mal bei Fahrrädern über dieses Thema geredet hat? Bei Lastenrädern mit der hochwertigsten Fracht die wir uns vorstellen können, unseren Kindern, sieht es anders aus. Und so verwundert es schon fast, dass diesen Aspekt noch kein anderer Hersteller besetzt hat. Ca Go tut das schon im Claim “Für dein wertvollstes Cargo”. Aber ist das mehr als ein Versprechen?

Beim Urban Arrow nimmt man die Sicherheit beim Radfahren “niederländisch” locker: Also, sagen wir halt nicht ganz so genau. Warum ich das sage? Man schaue einfach mal über die Grenze, wie wenige Niederländer meinen, beim Radfahren einen Helm tragen zu müssen. Das Thema Sicherheit so stark zu betonen, das ist ein besonders deutsches Thema darf man wohl sagen. In den Niederlanden passiert trotzdem weniger, was nicht an irgendwelchen Zaubertricks liegt. Denn Fahrräder fahren dort auf einem eigenen Radwegesystem, sie entgehen dem Gefahrbringer Auto. Die Wege sind quasi perfekt ausgebaut und Unfälle alleine schon deswegen selten. Es passiert wirklich wenig in Holland auch ohne Helm und deswegen ist das Thema Sicherheit gar nicht so präsent, alle fühlen sich ja sicher. Bei uns haben wir dieses Wegenetz nicht, viel weniger Radverkehr und Autos und Lkw noch alle (gefühlten) Vorrechte. Brenzlige Situationen sind im Alltag die Regel. Das ist aus meiner Sicht der Ausgangsort für 2 sehr verschiedene Philosophien.

Der ADAC hat vor kurzem einen Test mit der klassischen Bakfiets mit einer Holzkiste gemacht und bestätigte hier, dass die Insassen kritische Verletzungen zu erwarten hätten. Nicht mal die Vergurtung hielt dem Test stand. Das ist das Urban Arrow im Vergleich zur Bakfiets schon viel weiter, denn das EPP der Box splittert nicht und schluckt einiges der Aufprallenergie. Trotzdem sind das nur die ersten Schritte zu mehr Insassensicherheit im Vergleich zum Ca Go. Beim Urban Arrow fällt die hohe Sitzposition der Bank in der Cargo-Box auf, dort sitzen Kinder deutlich exponierter und thronen hoch auf der Strasse. Je größer das Kind, desto weniger Schutz liefert die Box. Im Ca Go dagegen sitzen sie auf dem Boden der Wanne, deutlich tiefer und mit den Köpfen geschützt durch den Ortho Safety Collar, der ebenfalls aus EPP gefertigt ist. Das Gurtsystem ist dazu geeignet, Kinder vor dem Stehen zu bewahren, aber kein sonderlich guter Verzögerungsschutz. Ob so die oberliegenden Rohre auf der Box im Unfallschutz bieten oder eher als Knochenbrecher fungieren, kann ich nicht wirklich einschätzen – Metall ist dem Ca Go jedenfalls rund um die Kinder fremd. Das Ca Go dagegen schützt den seitlichem Schutz der Rohe in dem sie diese sorgsam in die EPP-Box einkleiden. Das scheint mir dann doch die eindeutig sicherere Lösung zu sein.


Abbildung: Auch wenn die Box aus EPP im Vergleich zu Holzboxen auftrumpft bei Gewicht, Sicherheit und Komfort, ist das Gurtsystem im Urban Arrow etwas simpel ausgefallen, es vermeidet vor allem das Stehen der Kinder während der Fahrt, aber wenig mehr im Fall des Falles.

Schon auf den ersten Blick ist alles anders beim Ca Go. Hier haben sich einige Ingenieure lange ausgetobt, um eine sichere Form für die EPP Box zu finden und auch konzeptionell Sicherheit einzubauen. Ganz besonders sicher macht das Ca go der hohe Kragen der Box, genannt Ortho Safety Collar. Er verhindert, dass der Kopf der Kinder beim Rückschlag eines Aufpralls samt Helm überdehnt wird, der ganze Rückhaltemoment ist so verbessert. In Kombination mit den stufenlos verstellbaren Kopfstützen ist dieser Kragen ist wirklich eine tolle Innovation, die auch gefühlt schon mehr Sicherheit am Fahrzeug vermittelt. Sowas sucht man beim Urban Arrow genauso vergebens wie die Einzelsitze mit 5-Punkt Gurten und die besonders tiefe Sitzposition der Kids. Beim Arrow sitzen die Kinder sehr hoch, was auch insgesamt zu der sehr hohen Bauweise des Arrow beiträgt. Die Sicherheit hat irgendwann aber bei beiden Rädern Grenzen, auch in der Größe der Mitfahrer. Ich würde sagen, dass Kinder bis max. 8-9 Jahre alt mitfahren können. Danach ist es zwar noch möglich, aber die Box und alle Festhaltesysteme können diese Kinder nicht mehr gut schützen.

Ca Go hat dem ganzen Thema Sicherheit in eigenen Crashtests mit der Basler Versicherung nun die Krone aufgesetzt, man kann wirklich von einem echten Aspekt Sicherheit reden und nicht nur etwas Modifikation. Es überhaupt zu wagen, ein Lastenrad öffentlich zu crashen, ist ein Punkt für Ca Go. Aber auch noch mit guten Noten herauszukommen im Vergleich zu Standard-Lastenrädern mit Schichtholz-Panels ist der fette Punkt 2. Die Investition in Sicherheit ist oft kostspielig. Doch wenn man einmal drauf angewiesen ist, weiß man dieses Plus an Sicherheit mehr als zu schätzen. Automarken wie Mercedes oder Volvo gründen Ihren Ruf nicht zuletzt auf der passiven und aktiven Fahrsicherheit, auch Ca Go stellt diesen Aspekt heraus.


Abbildung: Crashtests dieser Art kennt man vom Pkw, für Fahrräder sind sie völlig neu. Gut erkennbar auch der Ortho-Safety Collar aus EPP und die Einstiegsstufe für die Kids. Am Helm erkennt man, wie die tief die Kids in der Box sitzen und so besser geschützt sind.

Ich erinnere mich selbst ganz gut an das Gefühl am Anfang meiner E-Lastenrad-Touren in der Stadt. Und ich hatte damals schon Sorge, was denn bei einem Crash mit einem Autofahrer am Smartphone meiner Tochter passieren würde. Nun ist meine Tochter älter und ich habe das Thema fast verdrängt. Doch das Thema Sicherheit hört nicht beim Helm auf und jetzt, wo auch mein Sohn dabei ist, entspannt dieses Plus an Sicherheit im Ca Go FS200 doch merklich meine Fahrt. Man fährt deswegen übrigens nicht, wie manche Leute meinen, riskanter, sondern einfach nur etwas entspannter. Der Sicherheitstest des FS200 beweist übrigens auch, warum ein Cargobike als S-Pedelec mit bis zu 45 km/h einfach zu riskant ist – mit 25 km/h crashed ein Lastenrad wie das Ca Go laut dem Crashtest ohne Probleme und niedrigem Verletzungsrisiko für Kinder. Darüber hinaus ist das einfach ein Lotteriespiel. Kinder sind wohlgemerkt besonders leicht zu verletzen, insbesondere am Schädel. Bei höheren Geschwindigkeiten ist das physikalisch nicht mehr sicher machbar und (subjektiv aus meiner Brille) mehr als grenzwertig, wer also mit einem normalen E-Bike nicht schnell genug sein kann, sollte über die Sicherheit seiner Kinder nochmal nachdenken.


Abbildung: Echter 5-Punkt-Gurt wie im Auto-Kindersitz im Ca Go FS200

Option für noch mehr Sicherheit

Ca Go hat als Hersteller Sicherheit in der Konstruktion der Box nach vorne gerückt. Allerdings hat man nicht alle Möglichkeiten zur Verkehrssicherheit ausgeschöpft, was ich etwas schade finde. Das gilt für das Urban Arrow übrigens genauso, auch hier wären Investitionen sinnvoll wie u.a.:

– mehr Reflektoren für Rück- und Seitenansicht des Rades*
– ein aktives Bremslicht (LED)
– ein Antiblockiersystem für das Vorderrad
– GPS-Tracking mit Notfall-Ruf (gibt es optional beim Ca Go)

Beim Riese & Müller gibt es die aktiven Bremslichter als Option und ich habe mich im Stadverkehr damit immer sehr viel sicherer geführt. Mein Händler meint, dies könne man aber beim Ca Go genauso nachrüsten. Bei den Reflektoren fand ich schon immer, dass man hier ruhig mehr als nötig einsetzen sollte, niemand will ja riskieren mit den Kindern vorne in der Box übersehen zu werden. Ja, die Hersteller haben da schon was gemacht, aber ich finde doch, dass dieses sicherheitsstiftende Element stärker betont werden darf. Auch dies lässt sich mit wenigen Euros nachrüsten (bspw. an den Speichen oder an der Box), im Winter eine gute Investition. Das ABS ist wohl auf dem Weg und wird Bosch liefern, aktuell lässt sich aber kein Lastenrad mit einem ABS für das Frontrad ordern. Das könnte insbesondere im Wetter eine coole Sache sein. Man darf gespannt sein, ob das aber auch bezahlbar sein wird. So verhält es sich meist auch mit dem GPS-Tracking, das ich persönlich mal als Diebstahlschutz erwogen hatte, aber mittlerweile ablehne (weil nicht zuverlässig). Zuverlässig sind in jedem Fall die laufenden Kosten von Diebstahlschutz per GPS, die ich auch als zu hoch empfinde. Bei einem Unfall kann es anders aussehen: Das Apple iPhone ist zumindest ein Ersatz, es ist schon in der Basisversion mit einem Sturzssensor ausgerüstet, der das Telefon dann einen Notfall-Anruf mit Positionsabgabe absenden lässt.

* Ca Go bietet ein Protective Reflector Shield auf der Box an als Option für 79,-€ (ist mir entgangen, danke an Christian Schriefer!). Diese zusätzlichen Reflektoren sind aber nicht kombinierbar mit dem Custom Branding Shield auf der Box, das ich gewählt hatte.
** Und Patrick Pe wies mich nachträglich daraufhin, dass diese Reflektoren sich ja auch an die STvO halten müssen. Was also sinnvoll erscheinen mag, ist eventuell noch längst nicht gestattet, womit derartige Versuche von Ca Go den Prüfern wohl zum Opfer fielen

Ausstattung und Charakter

Besondere Erwähnung sollte auch die Enviolo Automatik (Cargo AutomatiQ) finden (auch bei UA erhältlich). Eine Enviolo ist für Elektroräder sicher eine hervorragende Wahl, sie überzeugt mich immer damit, wie wenig wartungsintensiv sie im Vergleich zur Kettenschaltung ist. Problematisch an der manuellen Automatik war jedoch der Seilzug vom Drehgriff zur Nabe, der immer mal wieder verschlissen war. Die neue Automatik war nicht gleich Liebe auf den ersten Blick, den für Radler, die manuell schalten, ist die Umgewöhnung fast so groß wie für Autofahrer vom Schaltgetriebe zur Automatik. Auch da behaupten viele Experten, sie können ja besser schalten als das automatische Getriebe. Anfänglich begleiten auch mich dabei viele Fragen: Sieht die Automatik den Hügel vor mir auch rechtzeitig und schaltet runter? Bin ich da in der gleichen Trittfrequenz? Nach gewisser Zeit merkt man dann aber, dass die Automatik viel besser Belastungen einschätzten kann als man selbst und blitzschnell schaltet, wenn sie muss. Dass jemand manuell besser schaltet als die Elektronik dieser Nabe halte ich sogar mittlerweile für Angeberei. Dennoch ein paar Tage dauert die Gewöhnung doch. Man muss der Sache quasi Vertrauen schenken und erlebt dann, dass man an keinem Hügel scheitert. Und die Automatik schaltet an jeder Ampel sicher zurück, wenn man steht. Immer und zuverlässig. Nach ein paar Wochen lernte ich, dass Enviolo sogar eine eigene App zur Feineinstellung der Automatik zur Verfügung stellt. Ich habe bei den recht flachen Kölner Verhältnissen die Schaltung jetzt so eingestellt, dass sie nicht mehr auf die größtmögliche Untersetzung zurückschaltet, sondern immer schon in Gang 2 oder 3 anfährt. Das ist mit dem Motor von Bosch überhaupt kein Thema und reduziert auch die laufenden Schaltgeräusche bzw. den Verschleiss.

Einen großen Unterschied finden wir dann doch noch bei den Batterien: Während im Ca Go die Dual Powertubes von Bosch in einem Batterie Safe unter den Passagieren verstaut sind, hat das Urban Arrow extern geklipste Batterie Packs. Praktisch veranlagte halten es für einen Vorteil, dass man die beim UA so schneller abnehmen kann und in der Wohnung lädt. Ich würde da heute sogar sagen, genau das ist das Problem: Die Batterien im UA sind draußen vor Kälte sehr schlecht geschützt und entladen schneller. Ihre Gesamtkapazität ist deutlich geringer, so dass man einfach öfter laden muss. Das Ca Go kann mit 2 x 625er Packs mühelos 120km weit fahren, was für das UA unerreichbar erscheint. Wen man also in der Garage keinen Stromanschluss hat, muss man die Power Packs beim Ca Go entnehmen, was aber kein Staatsakt ist und meist nur 1x die Woche gemacht werden dürfte. Der Batterie Safe hat, wie der Name schon sagt, aber noch einen großen weiteren Vorteil: Echter Diebstahlschutz, während die Batterien beim UA nicht wirklich gut geschützt sind. Ich habe bei meinem UA übrigens eine Hülle aus Neopren genutzt, um die Verluste bei Kälte etwas zu verbessern – das ist in jedem Fall ein sinnvolles Extra.

Übrigens sind beide Lastenräder mit den Gates Carbon Riemen erhältlich, die ich uneingeschränkt empfehlen kann: Geräuschlos und ohne Antriebsverluste funktionieren sie zuverlässig, der oder die Fahrer(-in) hat weder mit der Pflege noch triefendem Kettenfett etwas zu tun. Bei den Bremsen setzen beide Räder auf Scheibenbremsen, das FS200 hat besonders mächtige Magura CME mit bis zu 220mm Bremsscheiben verbaut. Was bei der Bremse von Magura aber in beiden Rädern unangenehm ist: das lange metallische Schleifgeräusch beim Bremsen. Das liegt an den Belägen und ist deutlich lauter als bspw. bei Shimano. Zudem kann man sich schnell “verbremsen”, d.h. dass die Scheibe einen Schlag weg bekommt, wenn man zu hart und plötzlich bremst. Dann ist die Scheibe krumm, muss gerichtet werden und nervt mit Schleifgeräuschen bis zur Reparatur.


Abbildung: Die Enviolo AutomatiQ ist ein feines Stückchen Technologie, die Bedienung ist auch per App möglich (in beiden Rädern verfügbar). Sehr cool sehen die aus dem vollen rausgefrästen Speichenhalter aus.

Auch der Bosch Kiox Zentralcomputer ist übrigens ist genial. Beim Riese&Müller hatte ich das größere Nyon, doch das Kiox leistet für mich genau das Gleiche (selbst Navigation mit Komoot ist möglich). Beim Ca Go ist das Kiox sehr schick im Lenkervorbau integriert, das bekommt man beim UA zur Zeit nicht. Im Sondermodell von Urban Arrow ist das Nyon erhältlich, dass einen mit einem sehr großen Display verwöhnt.

Kommen wir zu zwei sehr wichtigen Komponenten im Alltag, dem Dach und dem Ständer des Rades. Fange ich mit dem Ständer an: Das Ca Go hat ein aufwendiges, pneumatisches Standfußsystem. Die Form des Fußes erinnert mich immer wieder an mein erstes Bügelbrett, das Rad steht darauf sehr sicher. Gleiches beim etwas einfach konstruierten Urban Arrow, hier steht das Rad immer sicher auf dem Ständer. Mit der Erfahrung des Riese und Müller Packster muss ich aber sagen, dass beide Räder etwas vom Riese lernen können: Dort flutschte das Rad dermaßen leicht auf wie vom Ständer runter, dass es eine Freude war. Beim Ca Go hat man einen Griff an die Lenksäule geschweißt, damit man es etwas leichter aufbocken kann. Doch auch dieser Kniff macht es für schwächere Kaliber noch schwer, das Rad mit Kindern drinnen runter- wie hochzubocken. Auch wenn der Ständer des Urban Arrow einfacher und zwecksmäßiger ist, ich würde diesen Punkt am Ende an das Family geben, denn es geht einfach einen Tick leichter damit.

Das Dach haben die Niederländer extrem pragmatisch gelöst, hier überzeugt besonders das Regenzelt plus (349,-€). Der Kern der Konstruktion sind Stangen, die man aus dem Zeltbereich kennt. Sie sind so steif wie gleichermaßen flexibel, brechen nicht und sind super leicht. Darüber ist eine einfach Kunststoff-Nylon Konstruktion gezogen. Weil das Urban Arrow mit der Box eine einfach Kante bietet, ist das Dach in wenigen Sekunden zu demontieren oder zu montieren. Das ist erstmal super alltagstauglich, denn es geht immer flott vor der Hand und nur 2 Befestigungspunkte müssen benutzt werden, um das Dach ganz zu öffnen. Das Dach ist sehr hoch gebaut, weswegen es guten Wind- und Regenschutz bietet, aber auch damit stark im Wind steht. Erwischt einen eine starke Brise, klappt das Dach geradezu sein und erhält dem Fahrer somit die Spur.

Derart pragmatisch möchte Ca Go nicht vorgehen. Das All-Weather-top ist vielleicht das aufwendigste Dach, dass ich von Lastenrädern her kenne. Damit verbinde ich nicht automatisch ein Plus, denn auch das Packster ein recht aufwendiges Dach, dass mir nicht gefallen hat. Es wirkte im Vergleich zum Urban Arrow overengineered, weil man es nach dem Verschluss noch richten musste und glätten durfe. Tja, genau das gleiche Problem hat auch das All-Weather-Top, dass beim Öffnen und Verschließen kein Vergnügen ist. Grund ist die komplizierte Bauform, denn der Ortho-Safety-Collar verhindert eine einfache Kante der Box für eine einfach Dachkonstruktion. Wer das Dach ganz öffnet, klippst es an der Seite auf, muss den Kragen hinten über den Collar ziehen und schieb auch die seitlichen Fenster, die mit Magnetverschlüssen arbeiten, an die Seite. Dabei regnet es immer Flüssigkeit in das Wageninnere. Wenn das Dach verschlossen wird, müssen insbesondere die Fenster wieder schön geglättet werden und ich richte auch die Klettverschlüsse oft wieder neu aus. Ich mag es einfach nicht, wenn dass Dach schlecht ausgerichtet ist und das geht im einfachen Urban Arrow System natürlich leichter. Das Ca Go Dach versöhnt einen dann mit seiner sehr massiven Bauform. Die Rohrrahmen machen es so stabil wie ein guter Kinderwagen, auch ist das Dach niedrig gebaut und verbiegt sich fast nie im Wind. Die Seitenfenster können einfach rausgenommen werden, so dass das Dach nur noch wie ein Baldachin fungiert. Zwar gibt es auch noch sehr ausgeklügelten Sonnenschutz, diesen zu montieren empfinde ich wie im Urabn Arrow als viel zu fummelig, da setze ich lieber auf Sonnehüte bei den Kindern.


Abbildung: Komplex ist das Dach des Ca Go gestaltet, was durch den Ortho Safety Collar nötig wurde. Was nervt: Dauernde Justagen der Klettbänder und die Ausrichtung des Dachs, dass immer irgendwie nicht ganz richtig sitzt.

Das Fazit: Urban Arrow Family vs. Ca Go FS 200

Bei jedem Rad gibt es Unterschiede. Gute und weniger Gute. Das liegt schon im Konzept begründet, das bestimmte “Trade Offs” erzwingt. Bislang haben sich beide Räder von sehr guter Herstellungsqualität erwiesen, mir sind auch keine größeren Probleme bekannt geworden. Es ist quasi kaum möglich, ein Rad vom Reißbrett weg “perfekt” zu machen, auch der subjektive Eindruck ist nunmal nicht immer gleich. Also, wie haben die Räder sich angefühlt?

Ich würde es mal mit einem Vergleich aus der Pkw-Welt umschreiben, wenn das für manche Interessierte hilfreich ist:

– Urban Arrow: Der VW Passat. Praktisch, klaglos, schlicht mit dem typisch niederländischen Bakfiets-Appeal. Kein Kurven-Fan. Technisch noch auf der Höhe, immer eine gute Wahl. Zeitloses Design.
– Riese & Müller Packster 70: Der 3er BMW Kombi. Sportliche Fahrdynamik und anspruchsvolle Technologie. Wertiges Design, leider kein Auftritt von Dauer (vom Markt gezogen).
– Ca Go FS 200: Der Mercedes Kombi. Komfort und Sicherheit geht über alles. Progressiv gestaltet und technisch. Komfort und Sicherheit sind die maßgeblichen Merkmale für das Design, aber daraus resultieren auch Nachteile (wie hohes Gewicht und geringe Zuladung) für die Fahrdynamik.

Der Vergleich ist schwer in Gänze korrekt – was ist ein Auto anderes als ein Referenzpunkt. Mir ging es wie gesagt eher um das Naturell, das Package des Fahrzeugs, wenn ich Autos ins Spiel bringe, es geht nicht um die Marke. Das Ca Go hat sich ernsthaft und überzeugend mit Sicherheit auseinandergesetzt, kein Rad fährt sich so Sänftengleich wie das FS200. Auch die verbauten Teile und jedes Extra bis hin zum Prozess beim Händler, alles signalisiert Dir nur Premium. Das Urban Arrow ist dabei gar nicht billiger oder günstiger, es tut nur so. Das UA ist ein rundes Gesamtpaket mit hoher Fertigungsqualität, Überraschungen sind hier nicht zu erwarten. Es ist aber auch nicht mehr progressiv, das Rad hat nicht den Anspruch das beste Rad zu sein, sondern in Summe der Eigenschaften eine gewogene Klientel zu überzeugen. Aktuell überzeugt mich am Meisten:

The Winner 2022 is: Ca Go FS200!

Dieses Lastenrad aus Koblenz ist aus meiner Sicht die aktuell ausgewogenste Mischung im Konzept aller Lastenräder. Ein extrem hoher Fahrkomfort, ein toll gefedertes Chassis, das Unebenheiten einfach wegbügelt wo andere Lastenräder stolpern. Ja, das Ca Go ist eine schwere Sau, aber das fällt im Vergleich mit dem ebenfalls zu schweren Family nicht so ins Gewicht. Der Sicherheitsaspekt des Ca Go ist ein Quantensprung, während sich viele Anbieter in Verbesserungen der Schaltung oder von Materialien aufhalten. Rundum wirkt das Ca Go gut durchgetestet und ausgereift, es leistet sich keine große Schwäche. Das Ca Go hilft mit der Verbesserung der passiven Sicherheit der ganzen Kategorie von Lastenräder in eine neue Zeitrechnung zu kommen, in denen man das Thema Sicherheit endlich mal betont statt es leicht beschämt unter den Tisch fallen zu lassen. Ja, viele Radler fahren nach dem Prinzip “Verdrängung”: Wenn es mich trifft, dann kann ich doch eh nichts mehr machen. Das darf für die Kinder aber nicht gelten, die in der Box mitfahren. Das FS200 ist ein echter Fortschritt für bessere Mikromobilität und deswegen wirklich das beste Lastenrad, dass Ihr aktuell bekommen könnt.

Das Urban Arrow Family liegt nur unwesentlich dahinter, vor allem, wenn man eine komfortable Sitzposition will und auch mal eine kleine Horde mitnehmen möchte. Für viele Fahrer ist die fehlende Federgabel kein Beinbruch, denn ansonsten leistet sich das Rad wenig Schwächen. Da das Rad jetzt 10 Jahre alt ist, frage ich mich aber: Ist nicht langsam mal Zeit für ein Family 2.0? Dann mit Federgabel zumindest als Option, eine Option für agilere Fahrposition, etwas mehr Komfort für die Kinder und ein Update zum Thema Sicherheit. Wenn dies passiert, ist das 2.0 vermutlich der Sieger 2023….

Ausgereift oder Kinderkrankheiten?t

Ist beim Ca Go FS200 alles Sahne? Naja, ein paar Kinderkrankheiten gibt es da schon, die jedoch bislang immer recht zeitnah abgestellt werden konnten. Eine Achsschraube kam mir bei einer Brötchentour einmal entgegen, weil das Loctite ausgerechnet dort gefehlt hatte. Passiert ist dabei nichts, gottlob. Hätte aber auch schlimm ausgehen können.

Das Dach “All-Weather-Top” wurde erst 4 Wochen später nachgeliefert, die Selbstmontage stellte sich als sehr schwierig heraus. Dabei ist am Dach selbst eigentlich wenig zu tun, jedoch ist die Aufhängungsplatte zu fixieren und das stellt den ungeübten Laien vor Probleme. Schwups verzogen sich die Schraublöcher zum Rahmen und ich habe angefangen zu fluchen. Zwar gibt es ein “How-to-Video” dazu, wo die schlaue Designerin erklärt, wie “man das ganz einfach” hinbekommt, aber am Ende war ich sicher: Das passt irgendwie alles nicht. Als ich entnervt zum Händler fuhr, war dann auch schnell klar, das mein Gefühl nicht getrogen hatte. Das Dach war falsch vormontiert und ich hätte es nie und nimmer selbst anschrauben können. Der Händler selbst stimmte mir direkt zu, dass die Erstmontage des Dachs besser durch den Servicepartner erfolgen sollte, vor allem weil man sie mit einer Person schwer genau erledigen könne. Er tauschte das falsch produzierte Dach dann direkt aus, jetzt gibt es mit dem Dach keine großen Probleme mehr. Was aber bleibt: Das Dach ist aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt und damit komplex. Durch Klettstreifen und gezurre bleibt der Eindruck, dass das Dach nie ganz als Einheit funktioniert, sondern immer wieder ausgerichtet und korrigiert werden muss. Ja, das Dach ist eher in der Kategorie “es nervt” abzubuchen. Man braucht dafür eigentlich immer kein (oberschlaues) Video, sondern eine persönliche Einführung durch den Händler.

Nach etwa 400km nervte plötzlich ein andauerndes Schleifgeräusch, was ich erst an der Scheibenbremse verortete. Tatsächlich war es jedoch die Nuvinci Enviolo, wo der Hub am Verstellmechanismus minimal schliff. Der Servicepartner hat das Rad neu zentriert und wieder eingebaut, jetzt scheint sich das nervige Geräusch erledigt zu haben. Alles in allem sind das keine großen Themen gewesen und auch das viel ältere Urban Arrow hatte immer wieder mal Themen dieser Art. Beim Urban Arrow Family fiel damals besonders ärgerlich immer wieder der Verstellmechanismus der Enviolo auf, wo der Draht immer mal wieder riss und die andauernden Platten trotz verstärkter Schwalbe-Mäntel – dagegen war kein Kraut gewachsen.

Das Ca Go FS200 kommt ab Werk mit 20er Schwalbe Big Apple Cargo Reifen vorne und hinten dem gigantischen Schwalbe Supermoto 27,5m um die Ecke. Beide sind schon recht pannensicher, auch das Urban Arrow setzt auf diese Schwalbe Mäntel. Beim Ca Go kann man nun auch die Tubolito Cargo Schlauch mit “3-facher Pannensicherheit” zu ordern. Klingt erstmal gut, Pannensicherheit ist bei Lastenrädern wirklich extrem wichtig, denn mit platten Reifen sind sie kaum noch zu transportieren und passen in keinen Autoladeraum. Also habe ich für 50,-€ Aufpreis die Turbolitos mitbestellt. Der offensichtliche Vorteil dieser Schläuche ist erstmal Ihr Gewicht, sie sind enorm leicht und senken den Rollwiderstand. Doch zu aller Ernüchterung hatte ich nach 400km schon den ersten Platten. Das ist bei uns in Köln nichts ungewöhnliches, denn hier liegt immer viel Glas auf den Straßen. Doch hier war am Mantel überhaupt keine Beschädigung zu erkennen. Das hat auch den Händler verwirrt, nur ein sehr kleines Loch im Schlauch auf der Innenseite des Rades war zu finden, wo der Schlauch ja eigentlich vollständig geschützt ist.

Dieses Loch hat uns dann noch verwirrt, denn nach provisorischem Aufpumpen war der Reifen dann erst doch bei 3bar stabil, bis er sich wieder ohne Vorwarnung entlud. Wenn man den Mäntel abnimmt kommen die Turbolitos als extrem dünne und fragile Schläuche zum Vorschein, die mich nur irritieren: Das soll pannensicher sein? Geht es hier nur ums Gewicht oder ist der Aspekt “3x Pannensicherheit” ein falsches Marketing von Ca Go? Denn die Pannensicherheit ist durch die Turbolitos nach dieser Erfahrung in keinem Fall erhöht, sondern eher gesenkt worden. Und das für 50,-€ Aufpreis? Ich verstehe den Sinn dieser Ausstattung deswegen nicht. Vermutlich ist der Grund auch recht profan: RTI, das Schwesterunternehmen von Ca Go, vertreibt Turbolitos in Deutschland. Empfehlen kann ich dies aber bislang nicht, ich würde das Ca Go definitiv ohne Turbolitos ordern.


Abbildung: Einfach überall direkt halten könnten und auch mal 111x statt 1x Döner mitnehmen können (oder sowas halt) – mit einem Cargobike macht das Leben in der Großstadt mehr Freude, man ist flexibel und kommt schneller zum Ziel.

Last but not least: Preise

Wir sollten doch noch was zu den Preisen sagen. Die Stückzahlen von Lastenrädern sind im Vergleich zu Pkws immer noch marginal, weswegen auch die Kosten hoch bleiben. Mit dem hochwertigen Motor Bosch Cargo Line und Magura-Scheibenbremsen startet das Urban Arrow in der Anniversary Edition mit den Extras wie Verdeck & Co bei >8.000,-€. Eine zweite Batterie, die sich im Alltag als ein sinnvolle Investition herausstellt, ist da nicht enthalten. Alleine der Montagesatz für die zweite Batterie kostet bei Urban Arrow nochmal 319,-€ (die zweite Batterie auch schnell >400,-E) genauso wie viel sinnvolles Zubehör (bspw. das Regenzelt Plus für 349,-€) eigentlich schon Pflicht ist. Beim Urban Arrow enthält man aber weiter nur eine sehr einfach Sitzbank und auch keine Federgabel. Wenn ich diesen Faktor mit hineinbringe stelle ich fest: Das Ca Go ist aktuell etwas günstiger als das Urban Arrow.

Ich selber habe für stattliche 9350,-€ bei Ca Go das FS200 mit 2 absorbierenden Einzelsitzen, der Federsattelstütze, 2 x 625 Bosch Powertubes, M99 Mini Pro Scheinwerfer (super!) mit Fernlicht, die Enviolo AutomatiQ, die Federsattelstütze GS ST, das All-Weather-Top und das Ortho-Safety-Collar (nicht erhältlich bei UA) erhalten. Bereits inklusive war die Federgabel Suntour Mobi 20, feste Pedale, Ergon Sattel und Griffe und der Gates Carbon Riemen. Damit bewegt sich der Preisvorteil gegenüber dem Urban Arrow je nach Rechnung bei 400-700,–€.*

Ach ja, und auch enthalten ist das besondere Werbebranding, was ich mir für die Box von Ca Go besorgt habe (siehe Fotos), denn das ist für nur 149,-€  erhältlich. Ca Go liefert dafür eine Vorlage für Adobe Creative Suite mit, die ich dann frei gestalten konnte. Auch hier war der ganze Ablauf problemlos, das Rad kam dann mit der fertig geklebten Folie zur Auslieferung. Das fand ich einfach super. Für jeden Selbständigen ist das für dieses Geld ein Geschenk, weil es nicht nur hochprofessionell geklebt ist, sondern wertig, farbecht und widerständsfähig. Die Aufmerksamkeit von Werbung auf einem Lastenrad ist nachwievor enorm und viel größer als auf einem Pkw. Und wer nicht selbständig ist, kann das entweder mit einem kreativen Motiv selber schmücken oder sich das Geld dafür einfach sparen. Beim Urban Arrow gibt es diesen Support leider nicht (jedoch bieten ihn einige Händler wie die Bikestation in Köln auch an)

Somit bleibt mein persönliches Fazit 2022: Das Ca Go FS200 Premier Edition ist das aktuell beste (große) Lastenrad fürs Geld.

*Stand 9. Februar hat auch Ca Go die Preise angezogen, weswegen sich der Ausstattungsvorteil wohl schon wieder in den Preislisten etwas egalisiert hat.

10 Comments

  1. Tobias Isenberg says:

    Hallo Markus,
    wieder ein toller Bericht zu Ca Go. Du beschreibst genau die Dinge, die mich nach jetzt knapp 1,5 Monaten mit dem UAF etwas stören. Aber es ist sicher Jammern auf hohem Niveau. Aber all das erfährst Du nur im täglichen Gebrauch. Da reicht auch keine ausgiebige Probefahrt.

    Wenn es noch mal ein Lastenrad sein soll, dann vermutlich ein Ca Go. Aber ca. > 9.000 für ein Lastenrad ist schon eine Hausnummer.

    Vielleicht gibst Du nach 1 Jahr noch einmal ein Update.

    Vielen Dank und Grüße von Siegburg in die Domstadt,
    Tobias

    • Hi Tobias,

      es ist in vieler Hinsicht vielleicht Jammern auf hohen Niveau, aber die Kategorie Lastenrad ist noch jung und hat sicher deswegen super viel Innovationspotential.

      Mittlerweile hat nach UA auch Ca Go das Preisniveau erhöht – da tröste ich mich immer etwas damit, wie hoch die Kosten mit dem Pkw gewesen wären für den Unterhalt. Beim UA konnte ich einen hohen Restwert erzielen – nach ca. 4 Jahren konnte ich noch 3.000,-€ bekommen (ich habe damals ca. 5500,–€ für das UA neu bezahlt in 2016). Wenn es beim Ca Go oder UA ähnlich hoch ist, dann ist es nicht mehr so dramatisch. Gruß zurück gen Siegburg! Markus

  2. Grbi says:

    Great review, i bought a UA Anniversary :)
    You did not mention that the CaGo can’t receive a frame lock. There is no space :(

    • Hi GrBi, yeah, you are right – the UAF is the one with a frame lock since the dimensions of the Ca Go cannot make it work. It is a handy feature which I miss…. Best, Markus

  3. Christian Schriefer says:

    Hallo Markus,
    danke für den super ausführlichen Bericht.
    Einen Punkt würde ich gerne noch ergänzen, Thema Sicherheit und Sichtbarkeit ist beim CaGo Bike doch noch eine ganze Ecke besser als beim UA, denn das optional erhältliche Protection Shield ist Quai eine riesen große Reflektionsfläche die von allen Seiten gut sichtbar ist wenn sie angestrahlt wird. Leider habe ich kein Hochauflösenden Foto gefunden dafür aber auf YouTube beim Kanal der Radelbande. Zu sehen ist es in seinem Video “2021 Ca Go FS200 im Test – kann das Premium Cargobike im Alltag überzeugen?” ab Minute 20:38 min.
    Dir weiterhin viel Spaß mit dem Rad.
    Gruß Chris

    • Hi Chris, danke für die Anmerkung! Ich hatte in der Konversation mit Ca Go sogar über “diese Folie im Video” der Radelbande gesprochen, aber da haben wir das nicht zusammengebracht. Ich habe das Custom Branding geordert, deswegen ging das Protection Shield bei mir nicht mehr. Mit ein paar Reflektorklebern habe ich das Rad noch für mich aufgemotzt, jetzt ist es für mich ok.

  4. Patrick Pe says:

    Noch ein Nachtrag zu der reflektierenden Folie die in dem Video “2021 Ca Go FS200 im Test – kann das Premium Cargobike im Alltag überzeugen?” ab Minute 20:38 min zu sehen ist.
    Laut CaGo hat es Reflektions-Funktion nicht in die Serie geschafft, weil es die Zulassung nicht bekommen hat von…. ich weiß nicht mehr wer da genannt wurde bzw. wer da zuständig ist… TÜV vielleicht.
    Jedenfalls ist die im Konfigurator zu sehende Folio ist also Schutz (zB Stoßschutz) für die Box selbst, aber ist ohne reflektierende Funktion.
    Gruß Patrick

    • Markus Bußmann says:

      Ah, danke für Info! Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das begrenzt ist – vermutlich ist das “Tuning” mit mehr Reflektoren schon gegen die StVO….danke!

  5. Lilli says:

    Danke für diesen Bericht,
    Was hältst du von carqon Cruise?
    Beste Grüße Lilli

    • Markus says:

      Hi, das Carqon Cruise ist noch neu und bin ich nicht gefahren. Das Classic hat die auf den ersten Blick praktische Tür, die aber nicht passgenau sitzt und die Stabilität der Box schwächt. Da ist das Cruise sympathischer, auch preislich. Einige Zubehörteile sind nicht optimal, aber für den Preis auch fair. Das Design wirkt harmonisch und rund – ich würde es testen!

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